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November 14, 2018
  1. Hat sich die Rolle des Interim-Managers im Zuge der Digitalisierung verändert? Neben klassischen Finanz- und operativen Verbesserungsmaßnahmen rücken Digitalisierungsaspekte immer öfter in das Zentrum von Restrukturierungen oder von Transformationsaufgaben. Die Automatisierung von bislang manuell bearbeiteten Prozessen kann Kosten einsparen sowie Lieferzeiten verkürzen, wenn Betriebsabläufe stringent überprüft und in Systemen verknüpft werden und dadurch manuelle Schnittstellen eliminiert werden. Oftmals sind kurze Lieferzeiten ein entscheidendes Instrument, um Aufträge zu bekommen. Daher ist auch für Interim-Manager die Digitalisierung von Prozessen ein wichtiges Thema. Besonders wenn ein Unternehmen deshalb unter einer unterdurchschnittlichen Performance leidet, kann ein Interims-Manager nicht nur den nötigen Anstoß zum Handeln bringen, sondern auch den vielleicht essenziellen Blick über den Tellerrand.
  2. Was ist für eine Umsetzung der Ziele als Interimsmanager wichtig? Vor allem Vertrauen und Hartnäckigkeit, die vereinbarten Ziele trotz Umsetzungsschwierigkeiten nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn man von außen in ein Unternehmen kommt und zahlreiche notwendige Veränderungen umsetzen muss, ist das oft nicht populär. Gerade da, wo Unternehmensinteressen von denen des Einzelnen abweichen, können Konfliktsituationen entstehen, die Schritt für Schritt abgebaut werden müssen. Eine schnelle Vertrauensbildung mit den Entscheidern im Unternehmen und Schlüsselmitarbeitern ist daher essentiell, um Umsetzungshürden zu überwinden. Top-Down-Ansagen sind zeitweise nötig, jedoch für einen beständigen Umsetzungserfolg nicht ausschlaggebend. Nur so lassen sich Veränderungen schnell und nachhaltig umsetzen. Auch weil man als Interimsmanager das Unternehmen nach der Erledigung der Aufgabe wieder verlässt und die Restrukturierung oder Transformation langfristigen Erfolg haben soll.
  3. Wir erleben derzeit einen Restrukturierungsstau in Deutschland. Müssen sich Unternehmen auf einen möglichen Wirtschaftsabschwung vorbereiten? Angesichts des Handelskonflikts zwischen den USA und China, den anstehenden Brexit-Unsicherheiten sowie weiterer geopolitischer Konflikte droht der wirtschaftliche Aufschwung in Europa abgewürgt zu werden. Das birgt Risiken für deutsche Unternehmen. Dabei ist ein wirtschaftlicher Abschwung nach zehn Jahren des Aufschwungs, die auf die weltweite Finanzkrise folgten, keine Überraschung. Die Frage ist: Wie krisenfest sind deutsche Unternehmen? Eigenkapital, Liquiditätsplanung, Einsparungspotenziale und die Absicherung der Lieferketten – insbesondere wegen internationaler Handelskonflikte und Brexit – sollten auf Wetterfestigkeit überprüft werden. Auch mögliche Zukäufe von Krisenunternehmen sind überlegenswert, um dann in Zeiten des Abschwungs und bei Insolvenzfällen die passenden Aufkäufe anzugehen und von günstigeren Bewertungen zu profitieren.