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December 17, 2018
  1. Welche Dinge empfanden Sie 2018 in Ihrer Arbeit als Interims-Manager als besonders?
    Da ich dieses Jahr Unternehmen abseits des mir vertrauten  Industriesektors begleitete, war es mir möglich, einmal mehr Einblick in die nicht klassischen Branchen zu gewinnen. Besonders ist mir dabei aufgefallen, wie stark der Einfluss des Führungsstils auf die Wertsteigerung sein kann. So konnte bei diesen Unternehmen eine signifikante Verbesserung erzielt werden, indem man die Motivation der Mitarbeiter in den Fokus setzte. Eine klare Führungsstruktur, definierte Ziele und ein sinnvoller Freiraum zur Entfaltung für jeden waren häufig das, was zuvor fehlte und dann zum Erfolg führte.
     
  2. Was sehen Sie für 2019 auf Deutschland zukommen? 
    Im kommenden Jahr wird sich der Trend des starken Private-Equity-Marktes wohl noch fortsetzen. Die Wirtschaft, und damit natürlich auch jedes einzelne Unternehmen, unterliegen periodischen Restrukturierungszyklen. Diese dauern je nach Entwicklung zwischen fünf und sieben Jahre. Die nächste Restrukturierungsphase sehe ich in ca. 18-24 Monaten auf uns zukommen. Im kommenden Jahr wird voraussichtlich die Nachfrage nach M&A-Transaktionen, trotz der hohen Preise, noch weiter anhalten. 
     
  3. Was können Unternehmen tun, um sich darauf vorzubereiten?
    Generell sollte man beherzigen, dass es auch wieder schlechtere Zeiten geben wird – deshalb sollte man schon jetzt investieren. Als Interims-Manager sehe ich oft Unternehmen, die in stabilen Zeiten zu wenige oder falsche Investitionen getätigt haben und in Krisenzeiten dann nicht genug Kapital haben, um diese nachzuholen. Gerade vor einer Restrukturierungsphase sollten Investitionsstaus konsequent und intelligent behoben werden, da sich im späteren Verlauf die Voraussetzungen für Kredite ändern und das Klima im Kapitalmarkt – verständlicherweise – rauer wird. Darauf sollte man sich auch als CEO persönlich vorbereiten. Denn was in diesen Zeiten gefragt ist, ist entschiedenes Handeln mit wenig Spielraum.