Printable versionSend by emailPDF version
October 11, 2018
  1. Sie zitieren gerne einen Eishockey-Spruch: „I skate to where the puck is going to be, not to where it has been.” Inwiefern sollten sich CROs diesen Spruch zu Herzen nehmen?

Da der CRO immer in Krisen oder Veränderungen ins Unternehmen kommt, benötigt er spezielle Eigenschaften: Krisenerfahrung, Führungs- und Durchsetzungsfähigkeit, starke analytische Fähigkeiten und vieles mehr. Vor allem aber muss er immer eine kurzfristige sowie eine mittelfristige Perspektive haben. Er muss wissen, was die nächsten Schritte der Stakeholder sein werden. Das heißt, er muss vorausschauend planen, entsprechend reagieren und einen Plan-B haben. Ein guter CRO muss also agil sein, sich aber trotzdem immer nach vorne bewegen.

  1. Was sollten ausländische Investoren bei Aufkäufen aus deutschen Insolvenzverfahren beachten?

In einem deutschen Insolvenzverfahren muss man bezüglich des Themas Arbeitsrecht vorsichtig sein. Betriebsrat und Gewerkschaften haben in Deutschland einen großen Einfluss und verfolgen das Ziel, im Insolvenzfall so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Zudem sollte jeder Personal- und Gehaltsabbau vor Abschluss eines Kaufvertrags über einen Tarifvertrag vollständig ausgehandelt werden. In anderen Ländern, besonders außerhalb der EU, ist das Arbeitsrecht in der Regel auch wichtig, aber nicht im selben Maß wie in Deutschland, weil der Insolvenzverwalter für alle Kreditoren verantwortlich ist. In Deutschland aber sollte das Mitarbeiterkonzept eine Top-Priorität des Insolvenzverwalters sein.

  1. Was macht Deutschland so interessant für ausländische Investoren?

Deutschland ist schon lange das stabilste Land in Europa. Deutschland profitiert von einem stabilen politischen und rechtlichen Umfeld, was auch der Wirtschaft zu Gute kommt. Die Industrielandschaft ist weit gefächert und in allen Branchen gut aufgestellt. Ein weiterer Pluspunkt ist die geografische Mittellage in Europa mit guter Infrastruktur, was Deutschland zum idealen Standort für internationale Konzerne macht. Auch das hohe Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte und die Tatsache, dass weite Teile der Bevölkerung Englisch sprechen, machen Deutschland interessant. Tatsächlich haben ausländische Firmen allein im vergangenen Jahr in über 1.100 Projekte in Deutschland investiert.